Tipps - Verarbeitungshinweise

Verarbeitungshinweise für Wittmunder Klinker und Wittmunder Torfbrand-Klinker

Besondere Merkmale:
Abhängig von der jeweiligen Sortierung sind z. B. überbrannte Kantenabplatzungen, produktionsbedingte Rillen, unregelmäßige Kanten o. ä. individuell und charakteristisch für unsere Klinker. Bezeichnung, Form und Qualität sind bekannt und "handelsüblich". Z. B. deformierte Klinker nur mit der Krümmung nach außen verarbeiten.

1. Mauern
Die Klinker müssen sorgfältig abgeladen, bodenfrei gelagert und vor Schmutz und Witterungseinflüssen geschützt werden. Paketiert angelieferte Klinker sind querzumischen, d. h. aus mehreren Paketen gleichzeitig (treppenförmig entnehmen) zu verarbeiten. Nur so werden die Klinker optimal gemischt und das Farbenspiel wird in seiner gleichmäßigen Schönheit gezeigt. Wittmunder Klinker sind ein Naturprodukt.

Der Mörtel muss eine verarbeitungsgerechte, dem Saugvermögen der Klinker angepasste Zusammensetzung und Konsistenz aufweisen. Nur Werktrockenmörtel der Gruppe IIa für schwachsaugendes Material verwenden! Einem Werkmörtel dürfen keine Zusatzstoffe oder Zusatzmittel zugegeben werden.

Mörtelgruppe IIa:
1 RT Portlandzement
1 RT Kalkhydrat
6 RT Sand 0 - 4 mm

oder

1 RT Portlandzement
2 RT hochhydraulischer Kalk (fabrikfertig)
8 RT Sand 0 - 2 mm

Bei Verwendung von Siloware muss das Silo mit einem automatischen Rüttler versehen sein. Sofern Mörtel als Sackware genommen wird, sollte ein Sackmischer zum Aufmischen verwendet werden.

Es muss in regelgerechtem Verband gemauert werden. Die Dicke der Fugen soll so gewählt werden, dass das Maß von Stein und Fuge dem Baurichtmaß bzw. dem Koordinierungsmaß entspricht. Bei Maßtoleranzen vom Klinker dient die Fuge zum Ausgleich. In der Regel sollen die Stoßfugen 10 mm und die Lagerfugen 12 mm dick sein. Bei Arbeitsunterbrechung ist das Mauerwerk entsprechend gut abzudecken. Frisches Mauerwerk ist vor Frost rechtzeitig, z. B. durch Abdecken, zu schützen.

Das frische Mauerwerk muss bei Regenwetter und starker Sonneneinstrahlung mit einer vorgehängten Plane oder ähnlich geschützt werden. Gerüstbretter sind dann von der Fassade zurückzulegen und hochzustellen. Wasser von Dachkonstruktionen oder höheren Einbauten durch Regenrinnen ableiten. Bei Temperaturen unter +5°C darf nur unter besonderen Schutzmaßnahmen gemauert werden. Frostschutzmittel und Auftausalze sind nicht zulässig; gefrorene Stoffe dürfen nicht verwendet werden; frostgeschädigtes Mauerwerk ist abzutragen.


2.1 Mauern und Verfugen in einem Arbeitsgang (Fugenverstrich "frisch in frisch")

Klinkermauerwerk ist nur von freistehenden Gerüsten zu mauern. Bei ungünstigen Wetterbedingungen müssen Klinker evtl. vorgenässt werden.

Es ist vollfugig zu mauern. Alle Stoß- und Lagerfugen sind satt und hohlraumfrei mit Mörtel auszufüllen. Besonders die Stoßfugen sollten "angegeben" werden und dürfen nicht ausgestochert werden. Bereits versetzte Klinker dürfen in ihrer Lage nicht mehr verändert werden. Teilstücke sollten nur gesägt werden. Das Sichtmauerwerk ist zügig herzustellen. Teilstücke für Sichtflächen sind beim Vermauern senkrecht zur Wandflucht zu versetzen. Muss die Lage eines Klinkers korrigiert werden, sind Klinker und Mörtel zu entfernen und in frischem Mörtel neu zu versetzen.

Beim Mauern wird der aus den Fugen tretende Mauermörtel abgestrichen und nach dem Ansteifen mit einem Holzspan verstrichen. Die Fugenfarbe wird weitgehend durch die Konsistenz des Mörtels beim Verstreichen der Fugenoberfläche bestimmt.

Eine zu frisch verstrichene Fuge wird hell, zu weit angesteifter Mörtel wird dunkel.

Bitte die Verarbeitungshinweise des Mörtellieferanten beachten!


2.2 Mauern und nachträglich verfugen

Ist eine nachträgliche Verfugung vorgesehen, sind die Fugen nach dem Ansteifen des Mauermörtels gleichmäßig 15 bis 20 mm tief ? jedoch nicht bis zur Klinkerlochung ? flankensauber auszukratzen. Vor Einbringen des maschinell gemischten Fugmörtels ist die Fassade ausreichend anzunässen. Der feucht plastische Mörtel ist in zwei Arbeitsgängen in die Fugen einzudrücken und gut zu verdichten:

1. Arbeitsgang: Erst Lagerfuge, dann Stoßfuge
2. Arbeitsgang: Erst Stoßfuge, dann Lagerfuge

Der Fugenmörtel muss feucht bis plastisch und innerhalb einer Stunde


verarbeitet sein. Die Verfugung ist vor frühzeitiger Austrocknung zu schützen. Nur die vorgeschriebenen Kriterien gewährleisten eine fachgerechte Ausführung für nachträgliche Verfugung nach DIN 1053.

 

3. Reinigen der Verblendflächen

Frisch gemauerte Klinkerflächen dürfen nicht gereinigt werden! Es ist ganz besonders darauf zu achten, dass frisches Mauerwerk nicht mit Quasten, Bürsten bzw. mit Schwämmen und Wasser o. ä. abgewischt werden! Die dadurch entstehenden Verschmutzungen sind nur schwer zu entfernen.

Erst nach dem Abbinden des Mörtels sollten Reste mit einer Wurzelbürste abgefegt werden!

Nachdem die Fuge bzw. der Mörtel komplett erhärtet ist, also mindestens 4 Wochen alt ist, sollte das Mauerwerk, falls erforderlich, zuerst mit einem Dampfstrahlgerät (maximal 95°C), bei richtiger Düseneinstellung und unter Zusatz eines Reinigungsmittels wie z. B. Pril o. ä. gleichzeitig mit einer Wurzelbürste (nicht mit Kunststoff-Borsten, nur Naturborsten) horizontal gründlich gereinigt werden. Reinigung nur mit reinem Leitungswasser.

Bezogen auf den Düsenabstand und den Auftreffwinkel müssen unbedingt die Herstellerangaben des Dampfstrahlgerätes eingehalten werden. Als Düse sollte möglichst eine rotierende Düse, da oberflächenschonender, verwendet werden. Bitte mit geringstem Druck an einer Probefläche beginnen.

Bei stark verunreinigten Flächen:
Eine Reinigung der Klinkerflächen darf nur nach Rücksprache und unter Anweisung des Klinkerlieferanten: WITTMUNDER KLINKER erfolgen.


4. Nochmals das Wichtigste:
1. Klinker sachgemäß lagern, aus mehreren Paketen gleichzeitig quergemischt (treppenförmig entnehmen) verarbeiten.
2. Mörtelbereitung überwachen: Für Verblend-Mauerwerk nur Mörtel der Gruppe IIa für schwachsaugende Klinker verwenden. Auf keinen Fall sogenannten "Frischmörtel"!
3. Vollfugig mauern.
4. Das Mauerwerk ist nur von freistehenden Gerüsten zu mauern; Gerüst sauber halten!
5. Frisches Mauerwerk vor Witterungseinflüssen (Sonne, Regen) schützen.
6. Mauerwerk bei Arbeitsunterbrechung abdecken.
7. Trockene Beton- und Mörtelreste mit Holzspatel und Wurzelbürste entfernen.

Bei nachträglicher Verfugung bitte beachten:
1. Fugen mindestens 1,5 - 2,0 cm flankenfrei auskratzen. Mauerwerk vor Verfugung sachgemäß reinigen, evtl. Bauberatung durch WITTMUNDER KLINKER.
2. Fugmörtel vor dem Abbinden innerhalb einer Stunde feucht bis plastisch in zwei Arbeitsgängen verarbeiten.

Empfehlungen zu oben genannten Verarbeitungshinweisen entnehmen Sie bitte der DIN und den Richtlinien der gültigen VOB.


Weitere Hinweise: Unser Wittmunder Torfbrand-Klinker hat u. U. zwei Läufer-Seiten, die glatte und die oft viel schönere raue Seite! Bitte unbedingt die Klinker wechselseitig gemischt verarbeiten. Die farblich interessantere Seite nach außen hin vermauern.
Unser Wittmunder Klinker hat u. U. zwei Läufer-Seiten, die glatte und die oft viel schönere raue Seite! Abhängig von der Sortierung sind die Klinker entweder wechselseitig, glatt oder fußseitig zu verarbeiten. Die obere Seite in der Palette ist immer die Sichtseite!


Merke: Schäden sind fast ausschließlich auf handwerkliche Fehler zurückzuführen, daher vermeidbar!

 

Bei Rückfragen: WITTMUNDER KLINKER
Mühlenstraße 69
26409 Wittmund
Tel.: 0 44 62 / 9 47 40
Fax: 0 44 62 / 38 98
Internet: www.wittmunder-klinker.de
E-Mail: info@wittmunder-klinker.de

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie ebenfalls unter:


www.backstein.de